Zum Saisonauftakt also ab nach St. Pauli – für manche Ostseefohlen eine eher unbeschwerliche Anreise. Zumal der vortägliche Amatör-Kick in Bambeck-Uhlenhorst unsere nachhaltige Fanfreundschaft zu den Freiburger Kollegen stärkte. Zugegeben, wir haben ja nur sehr wenige rote Freunde. Die Vorgruppe brachte ein 0:5 für den SCF – man hatte schließlich auch die Anzeigentafel mit ins Waldstück geschleppt.

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Zurück zum Kiez, die mitunter schwerste Loskugel im Lager der Sparsamen. „Gladbachs Bank dreimal so teuer wie der gesammte Paulikader“ las man vor dem Spiel. Müßig die eigenen Pokalgesetze zu zitieren – Darmstadt 98 ist uns in unliebsamer Erinnerung immer noch präsent. However, ein supi Stadion, umgeben von massenhaft Kneipen, Dom und allerlei „Mäuschen“ mit beeindruckender Stimmung – ebenso im Gästeblock natürlich.

Und dennoch, die Fohlenelf startete, wie man auf der Bielefelder Alm aufgehört hatte: Viel Ballbesitz, noch mehr Ballkontrolle – aber eben nix nach vorne. Vielleicht sollte man in solchen Halbzeiten den Ball einfach mal dem Gegner hinüberschieben, ihn anrennen lassen und auskontern. Leider kam St. Pauli auf eben selbige Idee und wir hatten einen schmerlichen Rückstand in der Halbzeitpause zu vermelden.

Pauli_B1Unsere halbe Doppel-6 Xhaka erinnerte mit einem derben Abspielfehler an die Gladbacher Einschulung und die Abwehr murmelte da hinten irgendwie rum. Ratz Fatz Rzatkowski. Die Fohlenelf geschockt und man rettete sich in die Halbzeit. Kein Europapokalgesänge, eher gebannte Zurückhaltung. Im Galdbacher Block hatte sich die Favre-Taktik „müde-spielen“ eben noch nicht rumgesprochen.

Nach dem Pausengebet gings mit Tempo statt Behäbigkeit zu Werke. Man verschaffte sich die nötigen Freiräume, presste besser gegen Ball und Gegner und hatte mit Stindl, Traore und zunhmend auch Raffael die spielbestimmenden Figure. Wer Bierholen war – bekanntlich in Belo Horizonte mitlerweilen untersagt – kam mit Paulianer Bierbechern und einer 3:1 Fohlenführung zurück in den – nunmehr bestens gelaunten Auswärtsblock.

Pauli_B2Dennoch blieb es brenzlich. Zweimal musste Goali Sommer noch retten und stellte seine Klasse unter Beweis. Die Paulianer schienen auf die abnehmende Konzentration der Gladbacher nur gewartet zu haben. Eine Nachlässigkeit, die in Dortmund sicher härter bestraft werden dürfte. Dann der perfekte Konter und auf in die nächste Runde.

 

One Thought on “Reeperbahn-Kick

  1. Majahns on 14. August 2015 at 8:48 said:

    Mein Taxifahrer faselte noch was vom HSV. Ganz Hamburg ist jetzt pokalfrei sach ich ihm.

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