im Gegensatz zum letzten spanischen Aufeinandertreffen in Vilareal gab es diesmal Detailänderungen in der hiesigen Reiseplanung: Der Hinflug wurde mit der Ryanair quasi günstig gebackuped, um dem lästigen Umsteigen in Lissabon aus dem Wege zu gehen. Der brandenburgische Amtskollege hingegen wählte Plan B: Morgens um sieben mit dem Zug ab Barcelona. Wer weiß denn schon, wann man hierzulande mal wieder Bahn fahren kann. Ein wahrer Fan mit Augenmaß – nur etwas müde sah er aus!

Ansonsten war alles fast wie immer. Hans Meyer war da, Rollo alias Rolf Fuhrmann war auch da (wenn auch geringfügig missgelaunt – St. Pauli ? Hör auf!), der erweiterte Vorstand vom Fanclub und die Tapas-Bars vom zurückliegenden FCF-EL Gruppenspiel ebenso. Letztere sogar mit erstaunlich konstanten Preisniveaus. Alles 3 Euro. Auch der Chinese im benachbarten Tante Emma Laden spornte mit 14 Tacken für den 5er anejo zum fröhlichen Cuba Libre mischen an.

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Nur das mit dem Hochsicherheits- bzw. Risikospiel hätte man sich polizeiintern getrost sparen können. Als wollte man der legendären Freiburger „do-and-don’t“ Liste noch einen überhelfen, hat das Fanprojekt doch tatsächlich eine ortsansässige Anwaltsadresse online kundgetan. Entspannte Sandstrand-Vorbereitungen sehen eigentlich etwas anders aus.

Sei’s drum, Tixx gab’s fast an jeder Ecke, das Wetter war – im Gegensatz zum Zwischenstopp auf Malle – tippi-toppi und die Stimmung war nach dem Derby-Sieg aber sowat von relaxed. Verwirrung kam nur temporär auf – beispielsweise anhand von zielgenauen Durchsagen ala „wir frühstücken neben der Kirche“ oder durch ein uns verfolgendes andalusisches Rot-, äh mehr Goldkehlchen. Wenn ich einfach blöde aussehe und überhaut nicht singen kann … Schmerz und Blut aus den Ohren fließend – wie hieß doch gleich der angepriesene Anwalt ?

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Donnerstag ist Spieltag: Downtown ruhig, rund ums Estadio Rámon Sánchez Pizjuán auch allet ruhig. Der Gästeblock war bereits frühzeitig voll besetzt mit ausgereiften punktgenauem Taten- und Gesangesdrang. In Spanien kommt man ja bekanntlich geballt zum Anpfiff, die eingeschweißten Baguetttüten werden jedoch erst in der Halbzeitpause ausgebastelt.

Schon seinerzeit bei der Auslosung am K…-Flughafen sah man den letztjährigen Champion aus Sevilla eher mit gemischten Gefühlen entgegen: Traumreise versus Albtraumgegner. In Warschau, ja ok – aber schon vor dem Achtelfinale ? Sevilla verliert daheim (fast) nie … die aufkommende Atmosphäre gab einen kleinen Eindruck, warum das so ist. Gut, dass sich der Schiedsrichter von der durchaus aufgeladenen Stimmung nicht hat hinreißen lassen. Ein ums andere Mal wurde von den Spaniern ja heftigst Strafstoß eingefordert.

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Gladbach diszipliniert mit erstaunlich viel Spielkontrolle – vor und nach dem Seitenwechsel. Nach einem Konter im eigenen Stadion war Oscar dann wohl in Gedanken noch bei seiner jüngsten homestory im Fohlenecho. Im Anschluss war dann alles drin, der Ausgleich ebenso wie ein undankbares 2. Gegentor. Sevilla im Glück, so das einhellige Fazit in Henry’s Kirchenkneipe. Da fehlt einfach ’ne Ente im Sturm … jo, ne Rennente 🙂 Nach dem vermeintlichen Auswärtssieg geht’s in Party-Park – ausverkauft !

One Thought on “auf andalusischer Augenhöhe

  1. Majahns on 23. Februar 2015 at 17:59 said:

    alles prima….. Das richten wir im Rückspiel…. Da sind die Spanier nur halb so gut…
    Es bleibt nur eine Frage: Kann Johnson zu Not auch linker Verteidiger??

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